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Agnes von Zahn-Harnack • Liberale Frauenrechtlerin

 

Agnes von Harnack wurde am 19. Juni 1884 in Gießen geboren und verstarb am 22. Mai 1950 in Berlin. Sie war ein Lehrerin, Schriftstellerin und bürgerliche Frauenrechtlerin. Agnes entstammte großbürgerlichen Verhältnissen, sie war die Urenkelin des berühmten Chemikers Justus von Liebig, die Tochter des Theologen Adolf von Harnack und dessen Ehefrau Amalie Thiersch. Ins geschichtliche Bewusstsein findet der Name von Harnack einen besonderen Platz, da aus ihrer Familie einige zu den Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus ihr Leben lassen mussten. Agnes von Harnack wuchs in den bildungsbürgerlichen Kreisen des Berliner Westens auf und war befreundet mit den Kindern der Familien Delbrück, Bonhoeffer, Dryander, Mommsen, Lüders u.a. Von 1900 bis 1903 erfolgte ihre Ausbildung zur Lehrerin für mittlere und höhere Mädchenschulen, die sie im Frühjahr 1903 mit dem Lehrerinnenexamen an der Königlichen Margaretenschule in Berlin abschloss. Man darf die Lehrerinnenausbildung der damaligen Zeit nicht mit der heutigen vergleichen, denn Frauen blieb, wenn sie eine Berufstätigkeit anstrebten nur die Ausbildung zur Gouvernante oder zur Lehrerin. Diese Lehrerinnen waren oftmals ‚Hilfslehrerinnen’ für männliche Kollegen, nur wenn diese Frauen ein Studium an diese Ausbildung ‚ertrotzten’ oder sich auf anderem Gebiet weiterentwickelten, konnten auch sie eine herausragende Stellung innerhalb des Schul- und Ausbildungsprinzips erlangen. Ansonsten war die Lehrerinnenzeit für diese Frauen ein ‚Übergangswirken’ vor der Verehelichung. Im damaligen Bürgertum vor dem Ersten Weltkrieg galt es als angemessen, dass auch Frauen eine Ausbildung erhielten, doch war von einer lebenslangen Berufstätigkeit der jungen Frauen nie die Rede. Seit Oktober 1903 arbeitete sie als Lehrerin an der privaten Höheren Töchterschule Wellmann-von Elpons in Berlin-Charlottenburg. Von 1906 bis 1908 bereitete sich Harnack privat auf das Abitur vor, das sie 1908 als Externe am Sophien-Realgymnasium in Berlin ablegte. Am 6. Oktober 1908 trug sie sich als erste Frau in die Immatrikulationslisten der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin ein, nachdem am 18. August 1908 das preußische Kultusministerium die „Neuordnung des höheren Mädchenschulwesens“ erlassen hatte, die  auch die reguläre Zulassung von Frauen zum Studium beinhaltete. Agnes Harnack studierte bis 1912 Germanistik, Anglistik und Philosophie und schloss ihr Studium mit der Promotion zum Dr. phil. ab. Ihre Dissertationsschrift beschäftigte sich mit dem zu diesem Zeitpunkt noch unveröffentlichten Trauerspiel „Aloys und Imelde“ von Clemens Brentano. Agnes von Harnack heiratete am 8. Dezember 1919 in Berlin den Ministerialrat beim Reichsarchiv in Potsdam Karl von Zahn. Das Ehepaar hatte zwei Kinder, Edward und Margarete. Bis hierhin verlief der Lebenslauf von nun Agnes von Zahn-Harnack in den vorgezeichneten gesellschaftlichen Bahnen.

1914 trat Harnack dem Nationalen Frauendienst bei. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges schloss sie sich der DDP an, der ersten linksliberalen Partei. Am 11. Mai 1926 wurde sie in Berlin Mitbegründerin des Deutschen Akademikerinnenbundes (DAB), der die universitäre Frauenbildung weiter fördern wollte und drei Jahre später mit Margarete von Wrangell und Mathilde Vaerting die ersten deutschen Frauen-Lehrstühle erhielt. Der Plan zur Gründung des Vereins ging auf Marie Elisabeth Lüders zurück. Neben Zahn-Harnack (als Vorsitzende), Lüders und von Wrangell waren Ilse Szagunn und eine Studiendirektorin Schönborn als stellvertretende Vorsitzende, eine Schlüter-Hermkes als Schriftführerin und Gabriele Humbert, Kampf und Lührßen als einfache Mitglieder geführt. Der DAB wiederum schloss sich verschiedenen Dachorganisiationen an und brachte weitere Unterorganisationen hervor. In der Zeit von 1919 bis 1933 entstand eine ganze Fülle von Schriften zur Frauenbewegung von Agnes Zahn-Harnack, zu kirchlichen und theologischen Fragen und zu gesellschaftspolitischen Problemen aus ihrer Feder. Am bedeutendsten war die 1928 erschienene Geschichte der Frauenbewegung ‚Die Frauenbewegung. Geschichte, Probleme, Ziele.’ Sie war Vertreterin des sogenannten bürgerlichen, liberalprotestantisch gesinnten Flügels der ersten deutschen Frauenbewegung. 1931 wurde sie Vorsitzende des Bundes Deutscher Frauenvereine

Während der Zeit des Nationalsozialismus zog sich Zahn-Harnack weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück, blieb aber dem Kreis um Anna von Gierke verbunden, zu dem auch Marie Baum, Helmut Gollwitzer, Romano Guardini, Hermann Maas, Theodor Heuss und Elly Knapp, Fritz Klatt, Selma Lagerlöf, Martin Niemöller und Alice Salomon gehörten, sowie der Bekennenden Kirche, die sie in deren Haltung gegen den Nationalsozialismus, aber nicht in Bezug auf ihre theologische Ansätze gut hieß. In der Zeit der „inneren Emigration“ schrieb Zahn-Harnack die 1936 veröffentlichte Biografie ihres Vaters Adolf von Harnack, in der sie auf dem Umweg der biografischen Darstellung auch ihre eigene liberalprotestantisch-humanistische Haltung im Gegensatz zum Nationalsozialismus zum Ausdruck brachte. In der Zeit des Krieges unterrichtete Zahn-Harnack privat Kinder jüdischer Abstammung, denen der Schulbesuch offiziell verboten war. Agnes von Zahn-Harnack war keine militante Frau, sie war eine Frau der Diplomatie und ‚leisen Arbeit’. Sie war stark geprägt von einem Protestantismus, der wenig politisch war und so musste sie in der Zeit des Terrorregimes für sich selbst einen Weg des Widerstands finden. Ihre gesellschaftlichen Verbindungen ermöglichten es ihr, jüdische Kinder außer Landes zu bringen und deren Eltern ein Überleben im Untergrund zu ermöglichen.

Nach dem Krieg schloss sie sich dem „Freundeskreis von Frauen“ um Freda Wuesthoff an, der mit seinem Arbeitsprogramm für den dauernden Frieden gegen Atomwaffen protestierte. Dem Kreis gehörten u.a. auch Gertrud Bäumer, Elly Heuss-Knapp, Marie Elisabeth Lüders und Clara von Simson an. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg trafen sich Agnes von Zahn-Harnack und weitere der früheren Aktivistinnen, um die Gründung eines neuen „Deutschen Frauenbundes“ vorzubereiten. Es ist Agnes von Zahn-Harnack zu verdanken, dass sich so schnell nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder eine Frauenbewegung entstand. Zwar gab es noch Ideen, die aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg Einzug nahmen, doch die Politisierung des nun entstandenen Vereins bezog sich auf die Erfahrungen der Zeit der Gräueltaten. So entstand der „Berliner Frauenbund 1945 e.V.“. Nach der Neugründung setzten sich die Frauen der ersten Stunde für einen Verein ein, dessen Hauptziel nicht nur in karitativer Arbeit liegen sollte. Sie befürworteten „eine Zielsetzung auf weite Sicht“, vor allem die aktive politische Beteiligung von Frauen. Zur Durchsetzung kommunaler Frauenpolitik hat der Berliner Frauenbund sehr früh sowohl ein Netzwerk zwischen Verbandsfrauen, Politikerinnen und Expertinnen der Behörden entwickelt, als auch ein „Kommunales Frauenprogramm“ entworfen. Beim Verfassungsausschuss der Berliner Stadtverordnetenversammlung reichte der Berliner Frauenbund den Entwurf eines Friedensparagraphen ein, beim Parlamentarischen Rat, der das Grundgesetz erarbeitete, den Entwurf für ein Kriegsdienstverweigerungsrecht. Beeinflusst von der Frauenbewegung Anfang der achtziger Jahre entstand die projektorientierte Arbeit, die bis heute einen wichtigen Schwerpunkt des BFB ausmacht. Durch größer angelegte, eigenständige Projekte sollen die Chancen von Frauen in Ausbildung und Beruf verbessert werden. So verbindet der Berliner Frauenbund die Forderungen der damaligen Frauenbewegung nach gleichen Rechten in allen gesellschaftlichen Bereichen mit den feministisch geprägten Arbeitsformen der heutigen Frauenbewegung, wobei man seine liberal-konservative Ausrichtung nicht übersehen darf, die immer noch eine Arbeit der Stetigkeit vertritt und ihre feministischen Ansätze weniger lautstark vertritt.

Mit der Aufforderung an die Frauen: „Aufgabe der folgenden Generationen wird es nun sein, zu erwerben, was sie besitzen.“ geht Agnes von Zahn-Harnack in die Geschichte der Frauenbewegung ein.

Anlässlich des 65. Geburtstages am 19. Juni 1949  von Agnes von Zahn-Harnack verlieh die Theologische Fakultät der Philipps-Universität Marburg ihr die Ehrendoktorwürde in Anerkennung ihres Engagements „im Geiste eines freien und entschiedenen Protestantismus und in wahrhaft evangelisch-sozialer Gesinnung“. Am 22. Mai 1950 starb Zahn-Harnack und wurde auf dem Friedhof Berlin-Zehlendorf beigesetzt. In Berlin-Moabit wurde eine Strasse nach ihr benannt.

Vertiefende Artikel:

Falk Harnack … nachlesen HIER · Helmut Gollwitzer … nachlesen HIER

Bild 1: Agnes Zahn-Harnack – Quelle: ghi-dc.org · Bild 2: Buchtiel v. A. v. Zahn-Harnack – Quelle: google.com · Bild 3: Strassenschild in Berlin-Moabit – Quelle: hu-Berlin.de

Ausbildung bei der ☝ Kriminalpolizei

... oder wie verschieden Erkenntnisse sind ... ;-)

 

 

Der Ausbilder soll eine Gruppe von Streifenpolizisten zu Kiminalpolizisten trainieren. Er will sie auf ihre Fähigkeit zur Identifikation von Verdächtigen testen:

Er zeigt dem ersten Polizisten ein Foto von einem Mann, aber nur 5 Sekunden lang und sagt: "Das ist dein Verdächtiger, woran würdest du ihn erkennen?" "Das ist einfach", sagt der erste Polizist. "Der Mann hat nur ein Auge, den haben wir gleich." "Sieh genau hin", ruft der Ausbilder. "Das liegt daran, dass du ihn auf dem Foto im Profil gesehen hast."

Nun hält der Ausbilder dem zweiten Polizisten das Foto fünf Sekunden lang hin und fragt auch ihn:" Das ist dein Verdächtiger. Woran würdest du ihn erkennen?" "Ha", ruft der zweite Pilizist und lächelt. "Der wäre zu leicht zu schnappen, wo er doch nur ein Ohr hat!"

Der Ausbilder wird wütend. "Was ist mit euch beiden los? Natürlich sind nur ein Auge und ein Ohr zu sehen, schließlich ist es ein Foto seines Profils. Ist das alles, was euch dazu einfällt?"

Frustriert und ohne Hoffnung zeigt er das Bild dem dritten Anwärter für die Kriminalpolizei und fragt mit inzwischen gereizter Stimme:" Das ist dein Verdächtiger. Woran würdest du ihn erkennen?"

Der Anwärter schaut sich das Bild einen Moment lang aufmerksam an und sagt: "Der Verdächtige trägt Kontaktlinsen."

Der Auswbilder ist kurz ratlos, weil er nicht weiß, ob der Mann auf dem Foto Kontaktlinsen trägt oder nicht. "Nun, das ist eine interessante Antwort", sagt er. "Warte hier, ich überprüfe das in den Akten und komme dann zurück." Er verlässt den Raum, geht in sein Büro, checkt im Computer die Akte des Verdächtigen und kehrt freudig lächelnd zu dem Polizisten zurück. "Wow! ich kann es gar nicht fassen. Du hast Recht. Der Verdächtige trägt in der Tat Kontaktlinsen. Gute Arbeit! Wie hast du es geschafft, das so gut zu beobachten?"

"Das war leicht", erwidert der junge Polizist. "Der Verdächtige kann keine Brille tragen, weil er ja nur ein Auge und ein Ohr hat."

Profilzeichnung – Quelle: zuI79.de

Die ✩ Castingshow ✩ deines Lebens

 

 

Nachdem mindestens einem Menschen bewusst wird dass du im Werden bist, wirst du das erste Mal ‚gecastet’, zuerst mittels eines Tests und dann kommst du ins ‚Scheinwerferlicht’ der genauen Betrachtung. Die ersten checks werden gemacht, damit du gesund und munter die Bürde deiner Rolle annehmen kannst. Welche Rolle das ist, nun dir persönlich ist das noch völlig egal, doch die Projektion deiner Umwelt läuft da schon auf Hochtouren. Zuerst ist da dein Geschlecht, dass dich in eine Richtung aus pink oder blau schieben wird, Einfluss hast du da weniger drauf und bis dir gänzlich bewusst ist, was diese Farbtabelle für dich bedeutet, da kannst du dich dieses Stempels nicht mehr erwehren. Tja, so werden bereits Weichen gestellt, nur zu deinem Besten natürlich, bevor du auch nur den ersten Atemzug genommen hast. Vielleicht denkst du dir, dass Selbstbestimmung doch etwas anders aussieht, nun da muss ich dich um mehr als ein Jahrzehnt vertrösten, denn so schnell geht das hier alles nicht. In der Zeit, in der du dich so körperlich und auch mental auf dein Kommen vorbereitest, gerät auch deine zukünftige Umgebung immer mehr in Erwartungseuphorie. Ja, dann ist er da, der Tag der Tage, du bist völlig erschöpft, doch deine Angehörigen rufen, mal lauter, mal leiser: „A STAR IS BORN.“ Nun, so mit der Zeit merkst du, dass so ein Leben als Star echte Vorteile hat, alles kümmert sich um dich und deine Bedürfnisse, jeder lächelt dich an und oftmals wirst du nicht nur von vorn und hinten bedient, nein, dir wird regelrecht gehuldigt. Ich verstehe, dass man sich an solch ein Leben gewöhnen kann und es ist die auch durchaus von Herzen zu gönnen, doch nachdem du dich so auf deinen eigenen Beinen bewegen kannst, dämmert es in dir, wenn auch langsam, dass du nicht der Weltenmittelpunkt bist. Wenn dir das dann völlig klar wird, nun dann trotzt du herum und bist zeitweise unausstehlich, aus deiner Perspektive eine durchaus verständliche Reaktion, doch wird sich an deiner Situation, dass du einer unter vielen bist nichts ändern. Zu Glück lernst du, dass es auch durchaus von Vorteil ist im Gruppengefüge vieler Winzlinge zu sein, denn gemeinsames Spielen und Lernen hat ja durchaus so seinen Reiz. Aber ein kleiner Stachel bleibt, das mit dem Starsein wird nie so gänzlich aus dir verschwinden. Du wächst heran und innerhalb deiner Familie bleibst du ja auch weiterhin ein Star und so lässt es sich meisten ganz gut leben und über die Runden kommen. Wenn dann die Zeit des Lernens kommt, dann dämmert es dir langsam, dass es da ganz auf dich selbst ankommt und deine bloße Anwesendheit nicht nur das non plus ultra ist. Leistung wird von dir verlangt, manches wird dir leichter fallen, anderes wiederum nicht. Aber da musst du durch und je älter du wirst, desto mitleidloser wird auch deine Umgebung dahingehend. Doch dann naht das erste große Casting für dich, eine entscheidende Auslese geht da von statten, denn alle Welt überlegt sich deinen ferneren Lebensweg und den damit verbundenen Lernweg. Dass du selbst zu der einen oder anderen Entscheidung beiträgst, nun, das ist dir in seiner Konsequenz so noch gar nicht bewusst, denn deine bisherigen Leistungen hast du meistens recht bravourös geschafft, nun aber wirst du einsortiert in irgendeine Schublade, aus der kommt man zwar wieder raus, doch so einfach ist das denn nun auch wieder nicht, das wird dir immer klarer je älter du wirst.

Tja, und dann kommt so eine Phase in deinem Leben, in der du dir selbst darüber im Klaren bist, dass du ganz genau weißt, was es heißt ein erwachsenes Leben in Eigenverantwortung zu führen. Deine Gefühle spielen verrückt und für mahnende Worte bist du eher weniger zugänglich. Dass diese Entwicklung eine ganz normale ist, nun, das willst du nicht unbedingt hören, denn der Star-Stachel in dir meldet sich und du hältst dich für den oder die Größte. Da siehst und hörst du von den viel versprechenden Castingshows auf all den Kanälen der Flimmerkiste und es könnte in dir der Gedanke reifen, dass das mit dem Lernen nicht oberste Priorität hätte, sondern ein Leben als realer Star, gefeiert und umjubelt zu sein erscheint in dir greifbar nahe. Nun wie immer du dich auch entscheidest, wieder würdest du sortiert und in Schulbaden geschoben, wieder wird über dich entschieden und ganz gleich wie weit du in einer solchen Maschinerie kämst, deine Selbstbestimmung, na, die könntest du dir dann in weitere Ferne schieben und ob das Leben im Blitzlichtgewitter, ein Leben ohne Leistung und Anstrengung ist, nun, das bleibt hier einmal dahingestellt. Doch da es auch in der schönsten und besten Castingshow nur einen Star geben kann und die Wahrscheinlichkeit, dass gerade du das bist, doch eher gering ist, wird dir nichts anderes übrig bleiben, als dich in die Masse der Gleichaltrigen einzureihen, denn das nächste Casting wartet schon.

Wenn so dann die erste staatliche Lernphase als abgeschlossen gilt, dann reihst du dich ein in das Casting um berufliches Lernen oder um einen Platz zum längerfristigen, intensiven Lernen. Ganz gleich, welchen Weg du auch einschlägst, du wirst gecastet und wieder hängt der Erfolg nicht ausschließlich an dir, doch dir wird immer stärker bewusst, dass du selbst entscheidendes dazu beitragen kannst, ob du auf den vorderen Plätzen mitmischen kannst oder nicht. Zeitweise ist der Weg etwas mühsamer, manchmal auch entmutigend, doch wenn du am Ball bleibst und dich auch mal durchbeißt, nun dann kann das eine oder andere Casting auch gewonnen werden. Doch glaube mir, es warten noch einige Castings auf dich, immer dann wenn du auf der Suche nach einem Broterwerb bist, so durchläufst du ein solches. Tja, und vielleicht schaffst du es ja, auch selbst einmal in einer Jury eines solchen Castings zu sitzen, aber das entscheidest du ganz allein, wohin dich dein Weg auch immer führt.

Aber es gibt nicht nur Castings, die von die Kraft und Leistung erwarten, nein, es gibt auch die Emotionalcastings im Leben. Hier stellst du dich zur Auswahl und du wirst es kaum glauben, du bist auch zur gleichen Zeit dein eigener Juror. Leider muss ich dir mitteilen, dass das ein äußerst diffiziles Casting ist und nicht jeder erkorene Star stellt sich als dauerhaftes Gegenüber dar. Doch aus Erfahrungen wird man meistens klug und irgendwann, manchmal wenn gar kein Casting angesagt ist, läuft einem gerade sein ganz persönlicher STAR über den weg. Tja, und wenn dann die Zweisamkeit gekrönt wird, dann kannst auch du ganz laut rufen:

“A STAR IS BORN.”

Und die Sonne kommt • Gedicht von Cäsar Flaischlen

Cäsar Otto Hugo Flaischlen, Lyriker und Mundartdichter von 1864 bis 1920

 

 

Und die Sonne kommt!

und die Sonne kommt!

und es wird doch ein schöner Tag!

Immer weiter reißen die Risse in den Wolken und immer blauer leuchtet der Himmel

dahinter und über dem Forsthof steigen die Tauben und auf den Wiesen funkelt der Tau …

bunte Schmetterlinge fliegen und die Blumen nicken und lachen

und vom Birkenhang über den Bach her klingt ein fröhliches Erntelied.

Die Sonne kommt!

die Sonne kommt!

und es wird doch ein schöner Tag!

Strahlender Sonnenschein – Quelle: anja-weisgerber.de

Hermann Langbein • Gerechtigkeit für Menschen

"Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, dass ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen." Theodor W. Adorno

 

 

 

Hermann Langbein wurde am 18. Mai 1912 in Wien geboren und verstarb am 24. Oktober 1995 in seiner Heimatstadt. Er war ein österreichischer, kommunistischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und Historiker. Der ehemalige Häftling verschiedener Konzentrations- und Vernichtungslager war 1954 Mitbegründer des Internationalen Auschwitz Komitees. Als zweiter Sohn eines  mehr als assimilierten jüdischen Vaters, die Namen Otto und Hermann für seine Söhne zeigen, wie deutschnational der getaufte Vater Arthur Langbein war, stand Hermann Langbein wie sein älterer Bruder, die durch den frühen Tod der Mutter zum Halbwaisen geworden waren, schon bald im politischen Konflikt mit dem autoritären Vater. Diesem blieb durch seinen Tod im Jahr 1934 erspart, miterleben zu müssen, wie die Nationalsozialisten mit seinesgleichen umgingen. Nach seiner Matura arbeitete Hermann Langbein als Schauspieler am Deutschen Volkstheater. 1933 trat er der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) bei, die ein Jahr später verboten wurde. Nach dem ‚Anschluss’ Österreichs floh er 1938 nach Frankreich und schloss sich noch im April dieses Jahres den Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg an um gegen den Faschismus zu kämpfen. Nach der Niederlage der Republik flüchtete er mit zahlreichen anderen Brigadisten nach Südfrankreich, wo er ab Februar 1939 in verschiedenen Lagern interniert war, bis er im April 1941 mit anderen österreichischen Häftlingen den deutschen Behörden ausgeliefert wurde. Die so genannten Heimkehrer wurden ins Konzentrationslager Dachau eingeliefert, wo Langbein die meiste Zeit als Revierschreiber, also in den Krankenbaracken, arbeitete. Obwohl Langbein nach der Definition der Nürnberger Gesetze und somit der Interpretation der Nationalsozialisten als ‚Halb-Jude’ galt, sahen die Machthaber in ihm eher den politischen Häftling. Was er im Krankenrevier des Konzentrationslagers Dachau erlebte, prägte sein weiteres Leben, doch wenn er glaubte mehr Unmenschlichkeit ginge nicht, so war er nicht darauf gefasst, was er noch sehen, hören und erfühlen würde. Im August 1942 wurde Hermann Langbein in das Vernichtungslager Auschwitz I (Stammlager) überstellt und erhielt die Häftlingsnummer 60.355. Dort fungierte er als Funktionshäftling in der Position des Häftlingsschreibers beim SS-Standortarzt Eduard Wirths. Dr. Eduard Wirths, seit 1. 9.1942 SS-Standortarzt in Auschwitz und damit verantwortlich für alle Ärzte und das gesamte Sanitätspersonal im Vernichtungslager Auschwitz und dessen Nebenlagern. So erhält Hermann Langbein nicht nur Einblicke in die ‚ärztliche Arbeit’ im Stammlager Auschwitz, sondern erfährt auch von den tödlichen Versuchen an Menschen der ‚Ärzte’ Mengele und Co. Über den polnischen Häftling Edward Pys und der österreichischen Krankenschwester Maria Stromberger bekam er Kontakt zur Widerstandsgruppe Auschwitz, in der Langbein aktiv, den Möglichkeiten eines Häftlings entsprechend, arbeitete. Wo er auch konnte, versuchte er den Häftlingen das Lagerleben zu erleichtern. Dass dies nur ein ‚Tropfen auf dem heißen Stein’ war und somit seine eigene innere Ohnmacht, war für ihn Triebfeder und Ansporn zu überleben. Im Zuge der Auflösung des Vernichtungslagers Auschwitz wurde Langbein im August 1944 in das Konzentrationslager Neuengamme überstellt und von dort weiter in das Neuengammer Außenlager Lerbeck bei Minden überführt. Auf dem Evakuierungstransport nach Fallersleben östlich von Hannover sprang er Mitte April 1945 aus dem Zug und flüchtete per Fahrrad nach Österreich, wo er im Mai 1945 in seiner Heimatstadt Wien eintraf.

Zurück in Wien, betätigte sich Hermann Langbein als hauptamtlicher Funktionär der KPÖ beim Aufbau der Parteischulen und wurde ins Zentralkomitee der Partei gewählt. 1947 begann er, als Reaktion darauf, dass sich niemand für die Erfahrungen der KZ-Überlebenden zu interessieren schien, mit der Niederschrift seines Buches „Die Stärkeren. Ein Bericht aus Auschwitz und anderen Konzentrationslagern“, das 1949 im parteieigenen Verlag erschien. Ab 1951 geriet Langbein zunehmend in Konflikt mit der Leitung der KPÖ, wurde nicht ins ZK wiedergewählt und 1953 zusammen mit seiner Frau Loisi und seiner kleinen Tochter nach Budapest ‚strafversetzt’, wo er für deutschsprachige Sendungen des ungarischen Rundfunks arbeitete. Zurück in Wien stellte sich Hermann Langbein ideologisch auf die Seite der Aufständigen in Ungarn, zum Missfallen der Kommunisten in West und Ost. So kam es zum endgültigen Bruch im Jahr 1958, als Langbein im September aus der Partei ausgeschlossen wurde und 1960 sogar aus der Funktion des Generalsekretärs des kommunistisch dominierten Internationalen Auschwitz-Komitees gedrängt wurde, ein Schritt, der für die Familie existenzbedrohend war. Doch Hermann Langbein blieb konsequent, eine Haltung, die er bis zu seinem Tode beibehielt. 1962 gab Hermann Langbein gemeinsam mit H.G. Adler und Ella Lingens den Sammelband Auschwitz. Zeugnisse und Berichte heraus, im folgenden Jahr erschien sein Buch ‚Im Namen des deutschen Volkes’. Zwischenbilanz der Prozesse wegen Nationalsozialistischer Verbrechen. Den 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess beobachtete und protokollierte er fast durchgängig; im Jahr 1965 erschien seine 2-bändige Dokumentation „Der Auschwitz-Prozess“. Er war aber nicht nur Beobachter der Prozesse, sondern arbeitete auch eng mit dem Staatsanwalt Fritz Bauer in Frankfurt zusammen. Ferner war er auch einer der Zeugen des Prozesses. Im Rahmen der Aussagen über das so genannte ‚Zigeunerlager’ in Auschwitz sagte Hermann Langbein folgendes aus: „ [...] Aber was ich dort gesehen habe, das war schlimmer als alles andere. Ich habe Frauen gesehen … die glücklichsten waren die – es waren einzelne darunter –, die wahnsinnig geworden sind. Ich habe kleine Kinder gesehen, Neugeborene … die einzige Sorge, die ihnen zuteil wurde, war die, dass sie sofort die Häftlingsnummer tätowiert bekamen mit einem „Z“. Und zwar bekamen die die Häftlingsnummer in den Oberschenkel, weil der Unterarm eines Säuglings zu klein war dafür. Und ich habe dann die Leichenkammer gesehen, die anschließend hinten bei dem Block war, und dort war ein Berg von Leichen, Kinderleichen, und dazwischen waren die Ratten.“ (24. Verhandlungstag, 6.3.1964)

 

1963 wurde Langbein dann Sekretär des neuen ‚Comite International des Camps’.1967 wurde er von Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt. In den folgenden Jahrzehnten war Langbein vor allem als Schriftsteller und Publizist tätig und engagierte sich in der Bildungsarbeit an Universitäten und Schulen. Zu seinen bedeutendsten Publikationen gehört Menschen in Auschwitz, erschienen 1972. In Österreich war er an der Entstehung des ersten Zeitzeugenprogramms für Schulen beteiligt, sprach aber fast bis an seine Lebensende auch an zahlreichen Schulen und Bildungseinrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland.

 

Viele Ehrungen folgten, aber Langbein blieb auch hier konsequent: Eine Ehrung durch den österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim lehnte er ab.

Er blieb weiter aktiv beteiligt an den Debatten über die Gestaltung des Museum Auschwitz-Birkenau und wurde in den Internationalen Museumsrat berufen, wo er Vorschläge zur Neukonzeption des Museums vorlegte. 1995 starb Hermann Langbein, 83-jährig, in Wien.

Vertiefende Artikel:

Medizinische Versuche im Konzentrationslager Dachau … nachlesen HIER

Maria Stromberger … nachlesen HIER · Schwester Maria, der Engel von Auschwitz … nachlesen HIER

Fritz Bauer Institut … nachlesen HIER

Bild 1: Hermann Langbein, ein Häftling in Auschwitz – Quelle: blogspot.com · Bild 2: Buchtitel von H. Langbein – Quelle: chello.at · Bild 3: Auschwitzprozess in Frankfurt – Quelle: Fritz Bauer Institut · Bild 4: Biographie zu H. Langbein – Quelle: braumüller.at · Bild 5: Hermann Langbein – Quelle: univie.ac.at

Jenseits von Deutschland • Eine Buchvorstellung

 

 

Da ich jemandem versprochen hatte das Buch von George Tenner zu lesen, nahm ich es zur Hand, denn versprochen ist halt versprochen. Denn freiwillig hätte ich keinen Roman gelesen, der einen Blick in das Innerste einer Armee wirft und von gewaltsamen Auseinandersetzungen handelt. Mein an sich pazifistisches Gemüt sträubt sich da eher solche Thematik in einem Roman zu finden, in einem Sachbuch, ja, aber ein Roman vom Krieg und dann noch von einem, der so ganz aktuell ist und doch medial wenig beleuchtet wird.

Doch bereits nach den ersten Seiten hat mich der Roman gefangen genommen, nicht heroisch oder martialisch kommt die Bundeswehr daher, sondern wahrlich als Bürger in Uniform und wenig kriegerisch. Das soll nun nicht heißen, dass die Soldaten und ihre Vorgesetzten völlig unbedarft daherkommen, nein, das ganz und gar nicht. Doch sie gehen in diese fremde Welt mit einer gehörigen Portion Respekt, manche auch mit etwas Angst, doch keiner der handelnden Figuren fliegt mit Kriegsgeheul oder Großmannsgehabe an den Hindukusch. Gut kann sich frau in die Protagonisten hineinfühlen und reist mit ihnen in ein Kriegsgeschehen, das in den Jahren 2004/2005 spielt, also zu einer Zeit, in der hier noch niemand von einem Krieg sprach. Dass Krieg ein schmutziges Geschäft ist, nun das ist jedem Leser im Vorfeld klar, doch auch wenn die grausamen Seiten aufgezeigt werden, so doch in einer Sprache, auf die sich der Leser einlassen kann. Das heißt, es fließt nicht mehr Blut als wirklich nötig.  Im Mittel Punkt stehen die Menschen hinter den Uniformen, mit ihren Wüschen, Träumen und Hoffnungen. Aber auch mit ihren Ängsten, Sorgen und ihrer Trauer.

Kritisch zu betrachten sind die politischen Einschübe innerhalb des Romans, bei denen man sich als Leser eine breitere, kontroverse Diskussion wünschte. Zwar hat der Roman ‚Jenseits von Deutschland’ nicht die Tiefe eines Erich Maria Remarques, doch ein Einstieg in die Problematik und zu einer gesellschaftlichen Diskussion ist es zu empfehlen.

Der Autor:

George Tenner noch vier Monate vor dem Zweiten Weltkrieg in Sachsen geboren, erlebte selbst als Kind und Jugendlicher was das Wort Krieg bedeutet und welche Konsequenzen dieser hat. Als knapp 30jähriger floh er aus der DDR, nachdem er die verschiedenen Stufen der Repressalien einer Diktatur durchlebt hatte, in die Bundesrepublik Deutschland, hier arbeitete er im Medienbereich bis er 1982 sein erstes Buch veröffentlichte. Das hier besprochene Buch ist sein 15. Roman. Neu erschienen ist der Kriminalroman ‚Nacht über der Insel’.

 

Telefon-Interview mit George Tenner:

sunday news: Wie konnten sie sich in die Gegebenheiten Afghanistans hineinfühlen, nachdem sie selbst nie diese Gegend bereisten?

George Tenner: Ich habe mich durch diverse Dokumentarfilme informiert und habe versucht mich, auch durch Lesen einschlägiger Literatur, in die Lebensverhältnisse und in die Landschaft hinein zufühlen.

sunday news: Aus meiner Sicht ist ihnen das gelungen, obwohl auch ich nie in diesem Teil der Welt war. Nun sind sie eher als Autor zahlreicher Kriminalromane bekannt, warum diesen Roman über den Krieg in Afghanistan? Was war ihre Motivation?

George Tenner: Ärger!

sunday news: Ärger? Worüber?

George Tenner: Ich hab mich geärgert, dass unsere Soldaten in einen Konflikt ziehen und dass in unserer Gesellschaft keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Auch die Medien schrieben nur sporadisch und über die Toten oder Kranken, die zurück kamen wurde kaum berichtet. So wurde für mich mein eigener Ärger zur Triebfeder zu recherchieren und es reifte in mir der Entschluss, meine Erkenntnisse in einem Roman vorzustellen.

sunday news:  Wie stehen sie zu dem Zitat von Kurt Tucholsky: “Soldaten sind Mörder … “

George Tenner: Nun, prinzipiell hat Tucholsky natürlich recht, doch ich würde das differenzierter betrachten wollen, in wieweit der Soldat sein Land und die Zivilbevölkerung beschützt. (Lach) Das wäre wohl ein längeres Gespräch um diese Thematik ausreichend zu beleuchten, ich hoffe sie haben genug Zeit …

sunday news: Nein, vielleicht sollten wir ein solches Gespräch nicht unbedingt am Telefon führen, an sich wollte ich auch eine kurze und prägnante Antwort.

Sie stellen die Protagonisten ihres Romans in den Vordergrund und verweben ihre Geschichten mit den Ereignissen in Afghanistan, nun ist dieser Krieg bis heute nicht beendet und auch der Rückzug wird eine schwierige, logistische Aufgabe, wird es noch einen Roman zu diesem Thema geben?

George Tenner: Um ganz ehrlich zu sein, ich weiß es nicht. In Planung ist dahingehend nichts, doch ausschließen will ich auch nichts, denn ich weiß ja jetzt noch nicht worüber ich mich noch innerlich ärgern werde. In der Hinsicht der Motivation, höre ich auf mein Bauchgefühl.

sunday news: Ich danke ihnen, dass sie sich kurz Zeit nahmen für die paar Fragen. Es war nett sich mit ihnen, wenn auch nur kurz, zu unterhalten. Vielen Dank.

George Tenner: Oh, doch nicht dafür, ich danke ihnen für ihre Aufmerksamkeit.

 

Quellennachweis: Buchtitel: Jenseits von Deutschland von George Tenner · Schardt Verlag Oldenburg · 2011 · ISBN 978-3-89841-596-5 · Titelbild pahe/photocase.com

Foto: Autor George Tenner, aus dem Privatbesitz von Hr. Tenner mit seiner Erlaubnis. · Homepage George Tenner – www.george-tenner.de

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